Verkehr? Ist aus Sicht eines Mitteleuropäers so gut wie nicht vorhanden. Außer in größeren Städten gibt es nur sehr selten Ampeln. Stopp-Schilder sind unbekannt. Statt dessen sind Kreuzungen sehr häufig als Kreisverkehr ausgelegt. Das alles ermöglicht das Fahren von Hunderten von Kilometern ohne je einmal anhalten zu müssen. Ausnahmen sind natürlich Fotostopps. Dazu kommt noch, dass der Norweger kein Problem damit hat, überholt zu werden. Es ist üblich, dass schnellere Fahrzeuge auch auf engsten Strassen vorbei gelassen werden. Ggf. dadurch, dass der Vorausfahrende anhält. Ein in Deutschland undenkbarer Vorgang. Aber nichts gegen Deutsche. Denn alle adaptieren diese relaxte Verhaltensweise der Norweger. Deutsche Reisebusse und selbst deutsche Wohnmobile haben uns in Norwegen auf diese Weise mehrfach überholen lassen.
Zum
Wetter ein Wort. Wir verreisten Ende Juli bis Mitte/Ende August
2000. Laut mehrfacher Aussage von Einheimischen hatten wir den schlechtesten
Sommer seit 50 Jahren erwischt. Trotzdem, den schlimmsten Regen hatten
wir definitiv am Abreisetag in Deutschland (Klick auf das Bild zum Vergrößern).
Natürlich hatten wir auch in Norwegen Regen. Dieser war aber im allgemeinen
eher nebelartig und dadurch, dass wir auf der Strecke so gut wie nie anhalten
mussten (s.o.), konnten wir meistens auf das Verdeck verzichten. Der Regen
bleibt an der Windschutzscheibe hängen. Immer wieder haben wir die
weit aufgerissenen Augen der Entgegenkommenden bzw. der Passanten genossen,
wenn wir im Regen offen fuhren. Ich denke, die meisten haben uns bedauert.
Wenn die wüssten! Nichts desto trotz kann m.E. ein Se7en ohne Verdeck
nicht nach Norwegen, denn es gibt, außer in Oslo, keine Garagen.
Und 24 Stunden fährt auch der Verrückteste nicht unter dem Regen
durch.
Zusammenfassend möchte ich behaupten, dass es kaum ein schöneres Fahrerlebnis auf öffentlichen Strassen gibt, als das, welches in Norwegen mit dem Se7en erfahren werden kann.
Roland